Gütesiegel

Gütesiegel Individuelle Förderung

Das Gertrud-Bäumer-Gymnasium in Remscheid hat als bisher einzige und erste weiterführende Schule das "Gütesiegel Individuelle Förderung" Mitte Dezember 2010 erhalten

Schulbeispiele einer vorbildlichen individuellen Förderung, sind der Kern des neuen "Gütesiegels Individuelle Förderung". Mit der Verleihung dieses Gütesiegels werden die Anstrengungen der Schulen um die individuelle Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler dokumentiert und ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit gewürdigt.

Derzeit sind 351 Schulen aller Schulformen in NRW mit dem Gütesiegel ausgezeichnet worden, in Remscheid derzeit nur die GGS Hackenberg, im gesamten Bergischen Land bisher nur vier Gymnasien in Wuppertal, das Johannes-Rau-, das Carl-Fuhlrott-, das Carl-Duisberg- und das Gymnasium in Vohwinkel.

Kollegium und Schulleitung des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums sind dankbar und stolz auf diese Auszeichnung, sehen darin vor allem eine Verpflichtung, auch als KOMM-MIT-Schule und Gesunde Schule, auf diesem Wege der individuellen Förderung fortzufahren, die Lernpotenziale aller Schülerinnen und Schüler auszuschöpfen und sie zu den bestmöglichen Schulabschlüssen zu führen, nach dem Leitziel: Kein Kind darf verloren gehen.

In dem Urteil der Jury heißt es dazu:

Das Gertrud-Bäumer-Gymnasium hat sich um das "Gütesiegel Individuelle Förderung" beworben. Aus den Berwerbungs-unterlagen Ihrer Schule geht hervor, dass die individuelle Förderung von Schülerinen und Schülern einen besonderen Entwicklungsschwerpunkt der schulischen Arbeit darstellt. Lernausgangslage, Lernstand und Potenziale ihrer Schülerinnen und Schüler werden systematisch in den Blick genommen.

Zu diesem Urteil ist auch die Jury gekommen, die das Gertrud-Bäumer-Gymnasium besucht hat. Sie hat Einblick in die schulischen Angebote zur individuellen Förderung bekommen und sich davon überzeugt, dass Schulorganisation und Unterricht im Sinne einer gelingenden individuellen Förderung verändert werden. Die entwickelte Praxis und die zugrunde liegenden Konzepte einer individuellen Förderung können zugleich anderen Schulen Anregung und Orientierung bieten.

Vor diesem Hintergrund freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihre Schule das "Gütesiegel Individuelle Förderung? für drei Jahre verliehen wird.

Was sind die Ziele und die grundlegenden Merkmale individueller Förderung in NRW?

Ziel des neuen Schulgesetzes ist es, ein Schulwesen zu schaffen, in dem jedes Kind und jeder Jugendliche unabhängig von seiner Herkunft seine Chancen und Begabungen optimal nutzen und entfalten kann. Demzufolge rückt die individuelle Förderung in das Zentrum der schulischen Arbeit. Sie wendet sich an alle Schülerinnen und Schüler mit dem Ziel, die Potenziale aller Schülerinnen und Schüler auszuschöpfen, so dass der individuelle Lern- und Bildungserfolg für alle Lernenden gesichert ist.

Eine individuelle Förderung, die diesen Ansprüchen gerecht wird, ist wesentlich durch folgende

Akzente gekennzeichnet:

1) Mädchen- und Jungenförderung sind ebenso notwendige Ansatzpunkte wie die Entwicklung passgenauer Lernangebote angesichts unterschiedlicher Lernvoraussetzungen.

2) Die individuelle Förderung wird während der gesamten Schulzeit kontinuierlich weitergeführt. Im Rahmen von Lernberatung und Lernbegleitung. Unterrichts- und Schulentwicklung geht sie auf Lernschwierigkeiten, Entwicklungsverzögerungen ebenso ein, wie sie individuell besondere Herausforderungen setzt. Sie ist stets an Inhalte gebunden und praktiziert Phasen des Übens ebenso wie das Herausfordern von Fähigkeiten und Stärken.

3) Eine individuelle Förderung dieser Art nimmt nicht nur kognitive Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler, sondern auch fachübergreifende Kompetenzen in den Blick, z. B. selbstgesteuertes Lernen, Methoden- und Medienkompetenzen, soziale und interkulturelle Kompetenzen.

4) Individuelle Förderung sichert Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Schule und zwischen den Schulformen. Die Begleitung der Übergänge bei Schul- oder Schulformwechsel bzw. auf dem Weg ins Studium oder in den Beruf folgt dem Ziel, Lernbiografien bruchlos zu gestalten.

5) Ein zentrales Element individueller Förderung ist die Begabungsförderung, die den Lernenden mit seinen Potenzialen und seiner individuellen Lernentwicklung in den Blick nimmt. Unterrichtsangebote werden an individuellen Unterschieden bezüglich der Vorkenntnisse, der Sprachherkunft, des kulturellen Hintergrundes, des Lernstils und der Motivation angepasst.

Wie bekommt eine Schule das Gütesiegel?

Die von der Schule eingereichten Daten (Bewerbungsbogen, schulische Konzepte, Auswertungen

von Förderinitiativen, Ergebnisse von Lernstandserhebungen und der Qualitätsanalyse etc.) sind

Grundlage für die Bewertung durch die Jury. Die Schulen werden gebeten, ihre Materialien zur individuellen Förderung der Bewerbung beizufügen, zum Beispiel:

  • Auszüge aus dem Schulprogramm, die zum schulischen Konzept der individuellen Förderung Aussagen treffen,
  • Bausteine der schulischen Förderung,
  • Materialien, die Bausteine der schulischen Förderung illustrieren,
  • ein Schaubild, das einen Überblick über die Säulen der schulischen Fördermaßnahmen der das jeweilige Konzept bietet und
  • eine Übersicht über die beigefügten Materialien.

Auf der Grundlage der von der Schule eingereichten Unterlagen wird ein von der Jury strukturiertes

Gespräch mit Vertretern der Schule vorbereitet und im Beisein der zuständigen Schulaufsicht geführt, um Stärken und einen möglichen Entwicklungsbedarf herauszustellen. Dieses Gespräch

orientiert sich im Wesentlichen an den fünf Merkmalen von gelungener individueller Förderung (s.o.). Zur Vorbereitung der Jury auf dieses Gespräch übersendet die Schule den Mitgliedern der Jury und der zuständigen Schulaufsicht in schriftlicher, knapper Form die für sie wesentlichen Materialien zur Bewerbung. Um das strukturierte Gespräch inhaltlich einzuleiten, kann die Schule eine max. 15-minütige Präsentation vorbereiten. An dem Gespräch nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Schule teil, Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter, Eltern- und Schülervertreter. Das Gespräch sollte den Zeitrahmen von maximal drei Stunden nicht überschreiten.

Die Jury fasst die Ergebnisse des Gesprächs in einem Bericht zusammen.

Auf dieser Basis erhalten alle Schulen eine Rückmeldung durch das MSW zu dem Entwicklungsstand ihrer schulischen Arbeit im Bereich der individuellen Förderung. Diese Rückmeldung ist so gestaltet, dass die Schule in ihrem Bemühen um eine gelingende Praxis der individuellen Förderung gestärkt wird und Hinweise für eine Rezertifizierung (Verlängerung der Verleihung des Gütesiegels nach drei Jahren) erhält. Hiermit können in der Folge spezielle Beratungs- und Fortbildungsangebote verbunden werden.

Wie geht es weiter?

Schulen, die das "Gütesiegel Individuelle Förderung" erhalten, werden auf den Gütesiegelseiten des Internetportals www.chancen-nrw.de präsentiert.

Gütesiegelschulen nehmen als Stützpunktschulen Fortbildungsaufgaben wahr und sind Ansprechpartner für andere Schulen.

Die Schulen bieten Austausch und Information, z.B. zur Umsetzung der individuellen Förderung und der Vorbereitung zur Bewerbung um das "Gütesiegel Individuelle Förderung".

Die Schulen bieten anderen interessierten Schulen ihre Lösungen an und treten in einen Austausch über diese Konzepte ein.

Für weitere Fragen, Einblicke in die Unterrichtspraxis oder Interviews stehen die Ansprechpartner Frau Lehmann und Herr Döring Ihnen jederzeit zur Verfügung.